SAURIER MUSEUM RUNDGANG

Eingang zum Sauriermuseum im Institut für Paläontologie der Uni Tübingen

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Ichthyosaurier (Stenopterygier)

Ichthyosaurier (von links nach rechts: Stenopterygius quadricissus, Stenopterygius crassicostatus, Stenopterygius zetlandicus)

Erste sehr eindrucksvolle Exponate der Paläontologischen Schausammlung befinden sich im Erdgeschoss gegenüber dem Treppenaufgang zum ersten Obergeschoss. Es handelt sich um drei Fischsaurier-Skelette, trächtige Stenopterygier, die Embryonen-Skelette sind deutlich zu erkennen. Aufgrund des Körperbaus der Ichthyosaurier war eine Fortbewegung und damit eine Eiablage an Land nicht möglich, somit war die Fortpflanzung an die Geburt lebender Junge gebunden.

Weitere Fischsaurier sind im Treppenaufgang zum 1. Stock zu sehen:

Ichthyosaurier (Stenopterygius hauffianus)

Ichthyosaurier (Stenopterygius)

Mit 40 Ichthyosauriern in hervorragender Erhaltung aus dem Posidonienschiefer (Unterjura, 205 - 180 Mio Jahre) besitzt das Tübinger Institut für Geowissenschaften eine der umfangreichsten Sammlungen weltweit.

Arietenpflaster von Bodelshausen bei Tübingen

Arietenpflaster von Bodelshausen

Im Treppenhaus im ersten Stock befindet sich eine Ammonitenwand. Es handelt sich um das sogenannte Arietenpflaster von Bodelshausen bei Tübingen. Die Fossilien wurden beim Ausschachten eines Kellers gefunden.


Im ersten Stock des Instituts für Geowissenschaften befinden sich die meisten Exponate der Paläontologischen Schausammlung:

Plateosaurier aus Trossingen

Diese Dinosaurier gehören zu den bekanntesten und wertvollsten Stücken der Sammlung. Lange Zeit galten sie als die ältesten Dinosaurier überhaupt. Das besondere an diesen Funden ist die gute und vollständige Erhaltung der Skelette. Sie wurden Anfang der zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts bei Trossingen, rund 70 km südlich von Tübingen, ausgegraben.

Plateosaurier von Trossingen

Plateosaurier von Trossingen

Tyrannosaurus rex

Tyrannosaurus rex

Der T. rex kommt in den Schichten der Oberkreide vor (ca. 65 Mio Jahre) und ist einer der größten Raubsaurier, die man kennt. Das größte bisher gefundene Exemplar misst von der Schnauzenspitze bis zur Schwanzspitze 13 Meter, die Schulterhöhe beträgt sechs Meter. Ausgestellt ist ein Abguss eines Schädels.

Prestosuchus

Prestosuchus chinquinensis; darüber eine Gesteinsplatte mit Spuren des Chirotheriums

Rekonstruktion des Chirotheriums

Ohne Skelettreste gefunden zu haben, allein aufgrund der Spuren des eines sogenannten Handtieres (Chirotherium), fertigte 1925 der Paläontologe Wolfgang Soergel ein plastisches Modell des Tieres an. Er ordnete das Chirotherium den Pseudosuchiern zu, eine Gruppe von ausgestorbenen, krokodilähnlichen, landlebenden Reptilien. 1928 fand man in Brasilien Skelettreste eines Tieres, das mit der Rekonstrukion Soergels übereinstimmte. Ein Modell der in München aufbewahrten Skelettreste dieses Tieres, Prestosuchus chinquinensis, ist unter der Spurenplatte aufgestellt.

Ichthyosaurier aus dem Oxford-Ton (Ophthalmosaurus)

Ophthalmosaurus

Die dreidimensionale Skelettmontage dieses Ichthyosauriers aus England (Oyford-Clay) zeigt die Ähnlichkeit der Fischsaurier mit Delfinen.

Weitere Objekte in diesem Ausstellungsraum sind u. a. Fische aus dem Jurameer.

Fisch des Jura-Meeres (Caturus furcatus)

Caturus furcatus

Meerengel (Squamata acntoderma, Plattenkalk des Malm, Nussplingen)

Squatina acantoderma (Meerengel)

Die Meerengel stammen aus den Plattenkalken von Nussplingen (Malm). Sie gehören trotz ihrer rochenähnlichen Gestalt zu den Haien.

Blick auf Amphibien-Vitrinen

Vorbei an Vitrinen, in denen verschiedene Amphibien ausgestellt sind, kommt man zu den Plesiosauriern.

Plesiosaurier

Kopf eines Plesiosauriers

Plesiosaurier

Plesiosaurierskelette

Die Plesiosaurier waren schnelle Unterwasserjäger, deren Beute aus großen Fischen, Ichthyosauriern und auch Artgenossen bestand. Ihre Fortbewegungsart glich weniger einem Schwimmen als viel mehr einem „Unterwasserflug", wie etwa bei Meeresschildkröten oder Pinguinen.

Im Ausstellungsraum gegenüber den Plesiosauriern sind verschiedene Meereskrokodile zu sehen:

Blick in den Ausstellungsraum "Meereskrokodile"

Steneosaurus bollensis

Steneosaurus bollensis, darüber ein Geosaurier

Pflasterzahnsaurier (Placodus gigans)

Placodus gigans, im Hintergrund Henodus chelyops

Die Pflasterzahnsaurier (Placodonten) zeichnen sich durch den Besitz von flachen, oft viereckigen, glatten schwarzen Zähnen aus, die Ähnlichkeit mit Pflastersteinen haben daher der Name.

Mit Henodus chelyops besitzt die Paläontologische Sammlung einen ganz besonderen Vertreter der Pflasterzahnsaurier. Es wurden insgesamt acht Exemplare in der Nähe von Tübingen (Lustnau) gefunden, bisher weltweit die einzigen Fossilien dieses Reptils.

Henodus

Henodus chelyops


Stratigraphischer Saal und Baden-Württemberger Saal
(nur im Rahmen von Führungen zugänglich)

Riesenammoniten

Blick auf die Riesenammoniten im Stratigraphischen Saal

Ammoniten gehören zu der Ordnung der Cephalopoden (Kopffüßler). Sie haben gekammerte Gehäuse und sind meist spiralig aufgerollt. Die ersten Ammoniten lebten im Devon vor 400 Mio Jahren und starben vor 65 Mio Jahren am Ende der Kreidezeit aus. Für die Jurazeit sind die Ammoniten hervorragende Leitfossilien. Der Name leitet sich von dem ägyptischen Gott Ammon ab, der mit einem Widdergehörn dargestellt wird.

Teilansicht des Stratigraphischen Saales

Blick auf die Seelilienwand im Stratigraphischen Saal

Der Stratigraphische Saal ist nach der dort ausgestellten umfangreichen Stratigraphischen Sammlung benannt.

Trilobit aus dem Mittelkambrium

Trilobiten aus dem Mittelkambrium

Trilobiten aus dem Mittelkambrium (ca. 550 Mio Jahre). Trilobiten (Gliedertiere) besiedelten vom Kambrium bis zum Perm die Meere.

Teilansicht des Stratigraphischen Saales, an der Wand rechts eine Nachbildung von Eurypterus (Gliedertier), links Modell eines Trilobiten

Blick auf die Vitrinen im Stratigraphischen Saal; an der Wand Modelle eines Trilobiten und eines Seeskorpions (Eurypteride), der bis zu zwei Meter lang werden konnte und damit zu den größten Arthropoden (Gliedertieren) gehört, die je gelebt haben.


Der Baden-Württemberger Saal beherbergt eine Ausstellung über die Geologie Baden-Württembergs sowie die „Bärenhöhle":

Teilansicht des "Baden-Württemberg-Saal"

Stosszähne eines Mammuts

Mammutschädel

Mittelpunkt dieses Ausstellungsraumes bildet die sogenannte Bärenhöhle, in der zwei Skelette von Bären aus der Erpfinger Höhle auf der Schwäbischen Alb sowie ein Wolf-Skelett gezeigt werden.

Erpfinger Bärenhöhle: 2 Bärenskelette und rechts 1 Wolf-Skelett

Bärenskelett aus der "Erpfinger Bärenhöhle" (Ursus spelaeus)

Bärenskelett aus der "Erpfinger Bärenhöhle" (Ursus spelaeus)

Höhlenbären


Auf dem Weg in den 2. Stock ist im Treppenhaus eine Gesteinsplatte aus dem Muschelkalk mit einer großen Menge zusammengeschwemmter Ceratiten zu sehen. Als Ceratiten werden Ammoniten mit einer besonderen Art der Kammerung bezeichnet. Sie sind in der Trias (245 – 208 Mio Jahre) besonders häufig und dienen als Leitflossilien.

Blick in das Treppenhaus zwischen 1. Und 2. Stock, Ceratitenplatte


Therapsidensaal (nur im Rahmen von Führungen zugänglich)

Der Therapsidensaal im 2. Stock des Institutsgebäudes beherbergt eine der schönsten Sammlungen jener Reptilien, aus denen in der Trias (245 – 208 Mio Jahre) die Säugetiere entstanden. Therapsidenskelette sind bisher nur an wenigen Stellen in größerer Zahl und in guter Erhaltung gefunden worden. Die wichtigsten Fundstellen, von wo auch die hier gezeigten Stücke stammen, sind Südafrika, Südbrasilien und das westliche Vorland des Urals.

Dimetrodon

Dimetrodon

Dimetrodon war ein räuberisch lebender Vorfahr der eigentlichen Therapsiden. Auffallend sind die langen Dornfortsätze der Rückenwirbel, die von einer Haut in Form eines „Rückensegels" bedeckt waren. Diese Vorrichtung diente wahrscheinlich der Vergrößerung der Körperoberfläche zum Zweck des Wärmeaustausches mit der Umgebung.

Keratocephalus

Keratocephalus

Der massige Keratocephalus hat auf den ersten Blick wenig Ähnlichkeit mit einem Säugetier. Die Zuordnung zu den Therapsiden begründet sich auf den Bau des Schädels. Anhand der pflockförmigen gleich großen Zähne lässt sich Keratocephalus den Pflanzenfressern zuordnen. Möglicherweise lebte das Tier amphibisch wie die heutigen Flusspferde.

Seitenansicht von Staleckeria

Staleckeria

Staleckeria war ein etwa drei Meter langes, schweres Tier mit einem tonnenförmigen Rumpf. Der Bau des Beckens und des Schultergürtels weisen Ähnlichkeiten mit einem Säugetier auf. Staleckeria war ein Pflanzenfresser, der eine gewisse Ähnlichkeit mit einem heutigen Nashorn hat.


Dieser kleine virtuelle Rundgang zeigt nur einen Teil der Exponate der Paläontologischen Sammlung und soll Ihr Interesse wecken, einmal im Institut für Geowissenschaften in Tübingen vorbei zu schauen.

Weitere Bilder von der Paläontologischen Sammlung der Uni Tübingen

© (P) 2005 Otto Buchegger Tübingen             tuepps.de/saurier-museum-rundgang.html